Widrige Zuf├Ąlle!

Hallo ich bin zur├╝ck !
Auf diesen Artikel habe ich mich schon gefreut. Endlich ├╝ber die widrigen Zuf├Ąlle zu schreiben.

Das sind n├Ąmlich der Stoff aus denen die besten Geschichten gemacht sind.
Das sind die besten Erinnerungen.
Erinnert man sich eher an einen reibungslosen All-inclusive Urlaub oder eher daran, mitten in der Pampa bei einem Sturm mit einem platten Reifen dazustehen?
Nat├╝rlich, in dem Moment in dem man “Opfer” des Zufalles geworden ist, findet man es nicht so am├╝sant, aber hinterher macht es Spa├č und wird zu den liebsten Erinnerungen. Und wenn man selber nicht auf Reisen ist und von solchen kleinen Katastrophen h├Ârt, dann wird zumindest bei mir, das Reisefieber besonders geweckt.
Ein bisschen Abenteuer ist immer gut. Oder um es mit Sven Hedin zu sagen:

“Jeder Mensch braucht dann und wann ein bisschen W├╝ste.”

Heute werde ich ein bisschen von Kuba berichten.
Man muss an dieser Stelle sagen, dass man in Kuba so gut wie alles irgendwann dem Zufall ├╝berl├Ąsst. Sonst dreht man durch.

Das ganze fing so an, dass ein Freund und ich nach Vi├▒ales fahren wollten.
Das ist eine Gegend die etwas n├Ârdlich von Havanna liegt. Mit vielen Tabak Plantagen und vielen W├Ąldern. Auf dem Weg dorthin f├Ąhrt man durch ein paradiesisches, gr├╝nes Meer.
Oder man holpert, besser gesagt.
Die Kubaner haben es nicht unbedingt so mit Stra├čen und die Wagen sind nicht unbedingt die neusten Modelle.
Aber das geh├Ârt dazu. Sonst w├Ąre es nicht dasselbe. W├Ąren wir nicht zu sechst in diesen kleinen Wagen gequetscht und vor Hitze fast erstickt, dann w├Ąre das nur irgendeine Autofahrt an die ich mich wohl kaum erinnern w├╝rde.
Aber ich erinnere mich eben weil es nicht gerade perfekt und absolut unkomfortabel war.

Jedenfalls dachten wir eigentlich, das Ganze w├╝rde ein Tagesausflug werden.
Wir wollten beide noch am Abend entweder zur├╝ck nach Havanna oder weiter nach Norden-je nachdem wohin gerade ein Bus fuhr. Zumindest in eine gr├Â├čere Stadt.
Der eigentliche Plan war, dass wir uns ein Moped mieten w├╝rden.
Wobei hier von Plan auch  nicht wirklich die Rede sein kann.
Wir gingen  zum Viazul um einen Bus oder ein Collectivo zu nehmen.
Aber dann sahen wir  diesen Moped-und Autoverleih und fanden, dass dies doch deutlich mehr Spa├č machen w├╝rde.
Dieser Plan wurde durchkreuzt durch den wohl faulsten Mann dem ich in meinem Leben je begegnet bin.
Er und seine Angestellten standen v├Âllig entspannt und unterbesch├Ąftigt in der Gegend rum und lie├čen sich die Sonne auf den Bauch scheinen, als wir die ersten Schritte auf sie zu machten.
Wir, als als naive Nordeurop├Ąer ( er Schwede, ich Deutsche),dachten : Hey, der Mann hat doch bestimmt Lust ein gutes Gesch├Ąft zu machen. Und Geld wird sowieso gebraucht.
Doch wir h├Ątten uns nicht mehr irren k├Ânnen.
Nachdem wir ihm unser Anliegen vorgetragen hatten, schaute er erst uns und dann die Mopeds sehr lange an.
Obwohl wir beide mehr kubanisch als europ├Ąisch aussehen und Anosh auch flie├čend Spanisch spricht, machten wir keinen Hehl daraus, Touristen zu sein.
Wir ahnten schon, dass die Chancen ├╝berhaupt zu bekommen was wir wollten gr├Â├čer waren, wenn er ein gutes Gesch├Ąft witterte.
Aber es stellte sich heraus, dass ihm das herzlich am Allerwertesten vorbeiging.
Er schaute uns wieder an, dann seine Mitarbeiter und sch├╝ttelte schlie├člich den Kopf.
Nein, heute und besonders jetzt sei das nicht m├Âglich.
Anosh deutete auf das Schild, welches zweifellos besagte, dass nun doch eigentlich Gesch├Ąftszeit war.
Der Mann schaute das Schild an, dann gen Sonne und sch├╝ttelte wieder den Kopf.
Und sowieso w├Ąre Vi├▒ales weit weg und es g├Ąbe H├╝gel und es w├╝rde sich im Allgemeinen um eine schwachsinnige Idee handeln.
Er plapperte weiter auf uns ein und legte uns dar, wieso wir v├Âllig bescheuert w├Ąren uns ├╝berhaupt aus Havanna wegzubewegen.
(Hier sei angemerkt, dass man nach ein paar Wochen in Havanna unbedingt mal raus muss, da man sonst Gefahr l├Ąuft bald einen Nervenzusammenbruch zu erleiden.)
Wir boten ihm sogar an eines seiner eher klapprig aussehenden Mopeds zu kaufen. F├╝r einen Preis der durchaus angemessen w├Ąre.
Aber nein. Einfach nein.
Schlie├člich sagte er h├Ąnderingend, er habe jetzt auch einfach keine Lust auf diesen ganzen Papierkram und wenn wir nach Vi├▒ales wollten, k├Ânne er mit seinem Cousin sprechen, der nun ohnehin in diese Richtung aufbrechen w├╝rde.
Okay.Dann halt nicht.Wir haben auf.

Der Mopedverk├Ąufer, oder eher gesagt: der Mann der viele Mopeds besitzt aber eigentlich kein Interesse daran hat sie los zu werden, stellte uns einem Mann vor und bald gesellte sich ein amerikanisches P├Ąrchen hinzu.
Die Reise konnte losgehen. Auf dem Weg w├╝rden wir noch einen Amigo unseres Fahrers aufsammeln. Und irgendwann mitten in der Pampa neben der “Autobahn”, stand tats├Ąchlich ein winkender Kubaner und unser Fahrer fuhr rechts ran.
Von wo dieser Amigo herspaziert ist, ist mir immer noch ein R├Ątsel. Es gab absolut nichts in der N├Ąhe au├čer trockener Landschaft und ein paar Eselskarren.
Die Reise ging dann also zu sechst weiter.
Wenn man es kurz fassen will dann am besten so:

(Eigentlich muss zwischen jedem zweiten Wort  “Schlagloch” stehen.)
Schwei├č. Hitze. Die drei immergleichen Sambarythmen. Holpern.Mehr Schwei├č. Verzweiflung. Sehns├╝chtiger Blick nach drau├čen.Verzweifelter Blick Richtung Fahrer auf der Suche nach Anzeichen, dass man bald am Ziel sei. Schmerzende Glieder. Auf der Suche nach Schildern die anzeigen wie weit es noch ist.Hitze. Lauter werdende Musik. Holpern. Samba.Die verschwommene Erinnerung daran, wie es sich anf├╝hlt in Deutschland in einem Auto zu sitzen.Quietschen. Rumpeln.Hitze.Der Bildschirm der Musikvideos angezeigt hat, der endlich seinen Geist aufgibt. Schwei├č.Rumpeln.Holpern. Schwei├č. Verzweiflung. Und dann schlie├člich: ├ťberraschung!

Irgendwann in einem kleinen D├Ârfchen kurz vor Vi├▒ales beschloss n├Ąmlich unser Fahrer er habe keine Lust mehr.
Er m├╝sse ja auch noch zur├╝ck und eigentlich w├Ąre er ja gern fr├╝her Zuhause.
Naja geht uns allen ja von Zeit zu Zeit mal so, dass wir auf der Arbeit den Sinn nicht mehr sehen und unsere Arbeit jemand anderem zuschieben.
Also stieg er aus, sprach mit ein paar Menschen. Wir standen sicherlich eine halbe Stunde rum, nicht sicher ob wir auch wirklich an unserem Ziel ankommen w├╝rden.
Anscheinend war ganz Kuba dagegen, dass wir nach Vi├▒ales fuhren.
Doch schlie├člich stieg ein anderer Mann ins Auto. Dieser war bis an die Z├Ąhne mit kubanischer Pizza bewaffnet und hatte diese auch ├╝berall im Bart h├Ąngen, als er laut schmatzend verk├╝ndete, er w├╝rde jetzt wohl weiterfahren. (Anm.:Kubanisches Fastfood ist in keinem (!!!) Fall mit gew├Âhnlichem Fastfood zu vergleichen)

W├Ąhrenddessen bedeckte sich der ganze Himmel immer mehr. Wir sorgten uns allerdings nicht, da es bisher immer nur sehr kurze spontane Schauer gegeben hatte und wenn dann nur sehr tief in der Nacht richtigen Regen.

Als wir schlie├člich in Vi├▒ales ankamen waren wir doch ern├╝chtert.
├ťberall um uns rum nur Deutsche und Schweden und Touristen im Allgemeinen und ansonsten hatte der Ort nicht wirklich etwas zu bieten ( au├čer einem erstklassigen Restaurant wie wir sp├Ąter herausfinden sollten).
Aber wir waren sowieso f├╝r die Natur gekommen.
Wir kauften uns einen riesigen Becher Schokoeis ( was nahrhafteres fanden wir nicht und au├čerdem war das seltenes Gl├╝ck)und leerten diesen umgehend.
Einen Plan wie wir uns denn ohne Moped die Umgebung anschauen sollten,hatten wir nicht. Abe wir waren ja auch in Kuba. Richtige Pl├Ąne machen keinen Sinn und oft ergibt sich von selber, und wenn nicht, dann ist das eben so.
Schlie├člich stiegen wir spontan in einen Bus ein, der sich als Rundtour herausstellte.
Und das hat sich wirklich gelohnt!!Ab und an mussten wir zwar warten, weil der Busfahrer einen Bekannten auf der Stra├če sah, der ihm einen Kaffee brachte, aber auch das war irgendwie toll.
Allerdings war es eine Rundfahrt ohne Wiederkehr, wie wir und ein P├Ąrchen aus ├ľsterreich bald herausfinden sollten.
Denn als wir ausstiegen um den Fluss in der H├Âhle zu bestaunen, fuhr der Bus weg- und wir waren irgendwo im nirgendwo.
Im kubanischen Busch.
Aber jetzt wo wir schonmal da waren, wollten wir auch sehen wof├╝r wir gekommen waren.
Wir kletterten also alle in diese Fledermaush├Âhle. Tiefer und tiefer. Teilweise mussten wir krabbeln. Bis wir schlie├člich an einem Fluss angekommen waren. Ein Boot lag an einem verlassenen Steg. Es war zwar nicht mal f├╝nf Uhr aber dennoch schon Feierabend. Wir stiegen also in das Boot und fuhren den beschilderten Weg entlang bis wir eine ├ľffnung in sahen. Wir fuhren aus der H├Âhle hinaus und fanden uns in einem grandiosen Unwetter wieder. Schnell legten wir an und beeilten uns  unter den Unterstand zu gelangen in dem Fr├╝chte und Zuckerrohre lagen, die tags├╝ber wohl den Besuchern angeboten wurden.
Wir beschlossen, dass auch wir davon etwas haben sollten und w├Ąhrend wir auf unseren Zuckerrohren rumkauten und hofften, dass der Regen aufh├Ârte, wurde es immer schlimmer. Der Himmel wurde immer dunkler.

Irgendwie schafften wir es einen Taxifahrer auf dem R├╝ckweg zu erwischen, der uns freundlicherweise sogar kostenlos mit zur├╝ck ins Dorf nahm.
Dort angekommen mussten Anosh und ich dann h├Âren, dass eigentlich keiner Lust habe bei schlechtem Wetter und Abends nochmal loszufahren und deswegen keine Busse, keine Taxis und auch sonst nichts in dieser Nacht aus dem Dorf hinausfahren w├╝rde.
Nagut, Kuba halt.
Also machten wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Aber leider war alles ausgebucht. Wir wanderten durch die Gegend und schlie├člich sprachen wir mit einer Frau die uns freundlicherweise ihr G├Ąstezimmer anbot und gegen extra Bezahlung auch ein Fr├╝hst├╝ck zubereiten wollte.
Dankbar nahmen wir an.
Unsere ganzen Sachen waren total durchn├Ąsst und richtig vorbereitet waren wir beide nicht aufgebrochen, da wir ja bevorzugt noch einmal nach Havanna zur├╝ckgekehrt w├Ąren um eine l├Ąngere Reise vorzubereiten.
Die Suche nach einem Supermarkt war ├╝berraschenderweise nicht erfolgreich.
Eigentlich wei├č ich nicht mal wieso wir gesucht haben. Sowohl mit Superm├Ąrkten als auch mit lange Arbeiten haben es die Kubaner nicht unbedingt.

Nach langem Suchen und noch l├Ąngerem Warten, bekamen wir aber immerhin einen Platz in einem Restaurant. Das Essen (obwohl der Kellner uns ewig ignorierte) machte alles wieder gut. So gut habe ich in Kuba nur zwei oder dreimal gegessen . Es war unglaublich lecker und wir entspannten uns endlich. Wir hatten ein Zimmer, eine funktionierende Toilette und gutes Essen-manchmal sogar Empfang. Die Frustration lie├č nach.Mehr konnte man nicht verlangen. Am n├Ąchsten Morgen k├Ânnten wir dann endlich aufbrechen und einen der Touristenbusse nehmen, der zwar etwas teurer aber daf├╝r klimatisiert und organisiert war. Das hei├čt, der w├╝rde auf jeden Fall an seinem Ziel ankommen. Es gab ja sogar einen Busfahrplan.

Obwohl ich damals den Ausflug eher als Flop empfand, erinnere ich mich jetzt sehr gerne zur├╝ck.
Es ist eine sehr sch├Âne Gegend und oftmals war es genauso witzig wie frustrierend.
Die Busfahrt am n├Ąchsten Tag lief nicht nur beinahe reibungslos (nur 45min. Versp├Ątung und Pinkelpausen mitten in der Pampa ohne genug B├Ąume), sondern war auch schrecklich langweilig und kalt.
Da lob ich mir das gute alte Collectivo, mit seinen authentischen Fahrern und das Gruppenleiden der verw├Âhnten Touristen.

 

Also dann.
Ihr h├Ârt bald von mir.

Vergessen aller h├Ąuslichen Sorgen…

Hallo ihr Lieben!

Heute gibt es endlich den n├Ąchsten Eintrag.
Und heute ist der Teil mit dem Vergesse der h├Ąuslichen Sorgen dran.
Vergessenheit aller h├Ąuslichen Sorgen ist etwas, wozu mir immer noch nicht viel eingefallen ist. Oder vielleicht interpretiere ich es auch nicht richtig.

Vielleicht deswegen , weil f├╝r mich eine Reise antreten auch gleichzeitig hei├čt zu beschlie├čen alles an Ballast zur├╝ckzulassen und mich v├Âllig auf das Neue einzulassen.

Gestern bin ich mal wieder einfach so durch die Stadt gestreift.
Eigentlich nicht auf der Suche nach etwas Bestimmtem.
Ich wollte einfach das Wetter genie├čen, diese Stadt in mich aufsaugen und vielleicht ┬áInspiration finden.
Dabei bin ich auf einen wundervollen Buchladen gesto├čen (der ├Ąlteste unabh├Ąngige Buchladen New Yorks).
Schon von au├čen sieht der Buchladen nach anderen Zeiten aus, aber wenn man die T├╝r aufmacht und hineingeht dann ist es, als w├╝rde man eine v├Âllig andere Welt betreten.
Ein paar Buchh├Ąndler, die aussehen als w├Ąren sie einem Bilderbuch entsprungen, ┬ásitzen an ihren ├╝berf├╝llten, unordentlichen Schreibtischen und finden sich irgendwie in diesem Chaos zurecht.
Das meiste passiert immer noch von Hand- Gott sei Dank- ein MacBook h├Ątte der Sache vermutlich den ganzen Charme genommen.
Alle W├Ąnde mit Regalen zugestellt, die ├╝ber und ├╝ber mit alten Sch├Ątzen gef├╝llt sind. Wundersch├Âne alte Einb├Ąnde mit Goldlettern laden einen zum St├Âbern ein und es riecht wie es in einem Buchladen eigentlich zu riechen hat. Nicht nach Cellophan sondern nach Staub und eben B├╝chern. Es werden auch alte Plakate, Weltkarten, Gem├Ąlde und Manuskripte verkauft.Aber ich schweife abÔÇŽ
Also in diesem Buchladen, in dem ich sicherlich ├╝ber eine Stunde lang in verschiedenen Werken gebl├Ąttert habe, habe ich schlie├člich den Doppelband “Das Reisetagebuch eines Philosophen” ┬ávon Graf Hermann Keyserling gefunden.
Schon als ich die Inhaltsangabe ├╝berflog und die ersten Seiten las, wusste ich:
Das ist mein Buch. Kurz entschlossen kaufte ich es.

Schon gleich am Anfang seiner Buches fragt der Philosoph sich, wieso er eigentlich auf Reisen geht.
Er kommt zu dem Schluss, dass er nicht auf Reisen geht um sich zu entspannen, sondern um aus dem Trott des Alltags zu entfliehen und seinen Geist auf Trab zu halten (nat├╝rlich sagt er das Ganze sehr viel eindrucksvoller, mit tollen W├Ârtern und einer beinahe undurchschaubaren Satzstellung.Aber ich bin keine Philosophin aus dem 20. Jahrhundert, also m├╝sst ihr nachsichtig sein).
Doch die eigentlich wichtigste Erkl├Ąrung warum der Mensch auf Reisen geht, sei die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung.
Zuhause ist man oft durch den Alltag gebunden und es gibt Grenzen die auf Reisen nicht gegeben sind. Beim reisen wird man sogar eher gezwungen Grenzen zu ├╝berwinden.
Zu lange an einem Ort und man wird zum Gewohnheitstier- es scheint als w├╝rde der Horizont immer kleiner werden.
Aber wenn man Distanz schafft, dann werden die Dinge ( auch die eigenen Grenzen, gesetzt durch Eigenschaften, Ansichten etcÔÇŽ.) pl├Âtzlich kleiner, unwichtiger und man ist in seiner Form pl├Âtzlich wandelbarer.
Man kann sein was man will und sich in andere Richtungen weiterentwickeln als das vielleicht im gewohnten Umfeld m├Âglich gewesen w├Ąre.

Vielleicht meinte der gute Freiherr von Knigge ja genau das, als er vom Vergessen der h├Ąuslichen Sorgen sprach.
Vielleicht meinte er aber auch einfach nur den Abwasch, das Blumengie├čen oder s├Ąmtliche Reparaturen.
Das kann ja jeder so interpretieren, wie es ihm gerade passt.

Ganz wichtig ist aber, dass ich hier mit Reisen nicht das Bestaunen von Sehensw├╝rdigkeiten meine.
Sondern wirklich Sehen wo man ist, Kontakt zu den Menschen herzustellen, sich auf die Kultur einzulassen und sich vielleicht auch mal abseits der durch Touristen plattgetrampelten Pfade zu bewegen.
Das soll nicht hei├čen, dass man sich nicht auf jeden Fall mal das Louvre oder die Hagia Sofia anschauen sollte- vielleicht kann man aber ein- oder zwei Sehensw├╝rdigkeiten aus dem straffen Programm streichen und einfach mal schauen was passiert.
Es gibt den Spruch ” Travellers don’t know where they’re going, tourists don’t know where they’ve been.”, und das beschreibt es eigentlich ganz gut.

 

So, das w├Ąrs dann auch wieder f├╝r heute.
N├Ąchstes mal geht es um widrige Zuf├Ąlle, ohne die man nach der Reise ja eigentlich nichts zu erz├Ąhlen h├Ątte.
Ich arbeite immer noch daran, genau herauszufinden wie man diesen Blog etwas “fancier” gestalten kann, und vielleicht schaffe ich es in naher oder ferner Zukunft sogar Bilder hochzuladen etc.
So lange k├Ânnt ihr euch, falls ihr Interesse habt, ┬áaber ein paar Bilder auf meinem Instagramaccount anschauen @tamarafatum.
Da seht ihr auch den Buchladen!
Also bis zum n├Ąchsten Mal!

 

Humor.

“If I had no sense of humor, I would long ago have committed suicide.”

-Mahatma Gandhi-

 

Humor brauchte ich bisher nicht nur um den Alltag zu meistern, sondern auch auf allen meinen Reisen.
Je verr├╝ckter das Abenteuer, umso mehr Humor ist gefordert, denn sonst w├╝rde man dauernd mit geplatztem Kragen herumlaufen.

Ich habe mir eine mindmap erstellt, um die Situationen zu sammeln in denen ich ohne Humor einfach alles hingeschmissen h├Ątte.
Mir ist aufgefallen, dass sehr viele dieser Momente in Usbekistan waren, oder zumindest  im Zusammenhang mit Usbeken.
Vorher muss ich aber auch noch sagen, dass unsere kleine Gruppe, dass nicht nur durch totschwarzen Galgenhumor ├╝berstanden hat, sondern wir ohne einander ( so sehr wir uns auch auf den Keks gegangen sind) schon am ersten Abend einen R├╝ckflug organisiert h├Ątten.

Zu meinen Lieblingserinnerungen geh├Ârt ein Innlandsflug mit der Usbekistan Airways.
Dass das Flugzeug ├╝berhaupt abheben konnte ist ein Wunder und wieso wir alle heile rauskamen ein R├Ątsel.
Es handelte sich um eine alte Propellermaschine. Es gab keine Sicherheitseinweisung und keine Gurte. Beim antippen der Stuhllehnen sind diese nach vorne geklappt wie ein alter Gartenstuhl und h├Ątte irgendwer irgendetwas durch die Sicherheitskontrolle schmuggeln wollen, dann w├Ąre auch das problemlos m├Âglich gewesen. Einer aus unserer Gruppe, Johannes, hatte bspw. eine 2 Liter Wasserflasche am Seitenfach seines Rucksacks vergessen und niemandem war es aufgefallen.
Ich frage mich bis heute ob der Metalldetektor durch den wir gelaufen sind, wirklich funktioniert hat, oder ob er nur eine billige Attrappe war, ein einfacher Rahmen, um den armen Ausl├Ąndern ein Gef├╝hl von Sicherheit zu vermitteln…
Naja selbst wenn es so sein sollte, dann kann man zumindest sagen, dass das ja irgendwo sehr r├╝cksichtsvoll w├Ąre.

Normalerweise habe ich ├╝berhaupt keine Flugangst. Ich mag fliegen und ich mag auch Luftl├Âcher. Doch dieses mal war alles anders. Der Flieger polterte und schwankte die ganze Zeit so sehr, dass man das Gef├╝hl hatte, eine einzige Windb├Âe k├Ânnte jetzt unser Leben beenden.
Ich glaube ich habe auch kurzfristig meine Beziehung zu Gott aufgebessert und eine ganze Reihe Sto├čgebete gen Himmel geschickt.
Da wir alle über das ganze Flugzeug verteilt waren  (es gab übrigens witzigerweise einen Air Marshall), konnte man sich und seinem Sitznachbarn auch schlecht gut zu sprechen oder zumindest Hand in Hand leiden.
Schlie├člich kam ich mit einem ├Ąlteren Herren aus Nappa ins Gespr├Ąch und versuchte krampfhaft mich damit von meinen Angstzust├Ąnden abzulenken.
Ich glaube ich habe so viel Adrenalin w├Ąhrend dieses Fluges ausgesch├╝ttet, dass mir wirklich ein paar Erinnerungen fehlen.

Der Flug war aber eine gute Aufw├Ąrm├╝bung, denn danach ging der ganze Spa├č erst richtig los.
Von Plumpsklos und “duschen” mit einem Eimer voll Wasser, bis hin zum Sexismus, der schlie├člich dazu f├╝hrte, dass wir Frauen in der W├╝ste f├╝r unsere m├Ąnnlichen Mitreisenden kochen mussten,w├Ąhrend diese sich am Salzsee am├╝sieren sollten.
Unsere armen deutschen Jungs wollten die Usbeken ├╝berzeugen, dass sie helfen wollten und wir M├Ądchen machten einen Aufstand, aber schlie├člich backten wir unseren M├Ąnnern Brot. So wie sich das als gute Hausfrau nun mal geh├Ârt.
Abends gingen wir M├Ądchen dann nach Hause und wenn es ein guter Abend war, wurde Bollywood geschaut, der Rest der Gruppe ging aus.
Viel Humor brauchte auch mein guter Freund Felix. Sein Koffer war nicht in Usbekistan angekommen und der arme musste sich Klamotten ausleihen und den ganzen Rest auch irgendwie organisieren.
Und jeden Tag das Tshirt umdrehen, nur weil die Dinge in Usbekistan dazu neigen nicht zu funktionieren wie sie sollen, ist bestimmt kein so gro├čer Spa├č.

Man braucht aber auch eine Menge Humor wenn man in einem kleinen engen Bus mitten in der W├╝ste auf einmal stehen bleibt weil pl├Âtzlich ein Mensch aufgetaucht ist, den der Busfahrer kennt und mit dem es dringend mal wieder ein Pl├Ąuschen zu halten gibt. MITTEN IN DER W├ťSTE.
W├Ąhrend wir drinnen sa├čen, uns mit T├╝chern beh├Ąngten und eincremten um uns vor der Sonne zu sch├╝tzen und nicht sicher waren ob Fenster offen oder geschlossen schlimmer war.
Als wir schlie├člich bei unserem Camp in der W├╝ste angekommen waren,freuten wir uns auf Erfrischung!
Schon kurze Zeit sp├Ąter standen zwei Freundinnen und ich zu dritt in einer der Duschkabinen und lie├čen uns gemeinsam Wasser auf den Kopf tr├Âpfeln. In Usbekistan hei├čt dieses Verfahren “sich duschen” .( Wir haben unsere Haare nie ganz nass bekommen, weil immer ein Teil schon wieder getrocknet war).

 

Eins meiner ganz pers├Ânlichen Highlights war es, zusammen mit einem Freund eine Rede auf einer Zwangshochzeit zu halten ( Ist “Zwangshochzeit” das richtige Wort?).
Von Menschen die wir nicht mal kannten.
Aber nun gut, wir als deutsche Abenteurer schreckten vor nichts zur├╝ck, hatten in den Tagen zuvor schon ganz anderes erlebt und au├čerdem-selbst wenn wir wollten, wir h├Ątten uns aus dieser Situation nicht befreien k├Ânnen.Gl├╝cklicherweise wurde eine Menge Wodka gereicht und ich glaube zum Zeitpunkt unserer Rede, war mehr als die H├Ąlfte des Raumes nicht mehr ganz zurechnungsf├Ąhig.
Was sagt man da also?
“M├Âge eure Liebe bl├╝hen”; “Wir w├╝nschen euch eine gl├╝ckliche Ehe und viele S├Âhne”; “Eine Hochzeit ist ein Tag der Freude und wir sind gl├╝cklich diesen mit euch erleben zu d├╝rfenÔÇŽ”; “Wir hoffen alles wird besser und Scheidung ist irgendwann keine Schande mehr”ÔÇŽ?
Das war eine ziemlich schwere Aufgabe.
Besonders weil die verw├Âhnte westeurop├Ąische Feministin in mir nach Gerechtigkeit, Gleichheit und Unabh├Ąngigkeit f├╝r dieses arme M├Ądchen schrie. (Eigentlich wirkte der Junge genauso ver├Ąngstigt wie die junge und v├Âllig nerv├Âse Braut).
Aber so etwas w├╝nscht man in Usbekistan nicht. Da muss schon etwas Diplomatischeres, Sexistischeres her.

Hier noch ein paar Stichworte zu Momenten ├╝ber die ich jetzt lachen muss aber die mich damals oft v├Âllig perplex zur├╝ckgelassen haben:
-undefinierbares Etwas auf einem Berg voll Reis vor einer Horde Verwandter runterzwingen
-Fett das am Gaumen trocknet
-Traummanntalk (“gro├čes B├╝ro, gro├čes Auto und joa w├Ąre eigentlich auch ganz sch├Ân wenn er ganz nett w├Ąre”)
-Diskussion wer von den Usbeken nun seine Barbies in Deutschland vergessen hat
-eine Reihe Heiratsantr├Ąge an verschiedene M├Ądchen in der Gruppe und die Frage ob es denn normal sei wenn ein M├Ądchen w├Ąhrend eines Heiratsantrags aufs Handy schaut
-endlose Freude ├╝ber eine funktionierende Klosp├╝lung
– in irgendwelche Autos einsteigen die ihr Licht anhatten ( denn so werden Taxis gekennzeichnet)
-der Versuch zu erkl├Ąren wozu ein K├╝hlschrank gut ist (Milch und Eier sollten bei 40┬░C nicht im Holzschrank stehen!!)
-der Versuch anzudeuten, dass eine jahrelange Regentschaft eines Pr├Ąsidenten ohne immer wieder Wahlen abzuhalten eigentlich nicht mehr sooooo demokratisch ist
– und und und…

 

Es gibt noch ganz viele dieser Geschichten und das macht jetzt sicherlich den Eindruck als w├Ąre Usbekistan die H├Âlle auf Erden ( ich will es nicht sch├Ân reden, w├Ąhrenddessen dachten wir manchmal es w├Ąre tats├Ąchlich so), aber eigentlich war es toll und was ich da erlebt habe geh├Ârt zu meinen Lieblingserinnerungen. Ich hatte das Gl├╝ck, super Menschen so kennenzulernen wie man sonst nur wenige Menschen kennenlernt.
Au├čerdem ist es ein sehr spannendes, eindrucksvolles Land, wo alte abendl├Ąndische Traditionen auf die guten alten Sowjetwerte treffen.Aber von meiner Reise nach Usbekistan werdet ihr sicherlich noch mehr h├Âren…

 

 

Courage.

Hey!Hier bin ich wieder!

Ich bin immer noch dabei die Schlagw├Ârter aus dem Zitat abzuarbeiten und heute ist Mut dran.

Vorher aber eine kleine Erinnerung um welches Zitat es sich handelt:

“Zum Reisen geh├Ârt Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller h├Ąuslichen Sorgen, und dass man sich durch widrige Zuf├Ąlle, Schwierigkeiten, b├Âses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen l├Ąsst.”

Bevor ich ├╝ber Mut schreiben konnte musste ich mich zwangsweise damit besch├Ąftigen, was er f├╝r mich bedeutet.
Ich habe ziemlich lange ├╝berlegt ob mir irgendeine Situation einfiel in der ich mutig war. Haupts├Ąchlich sind mir aber Momente eingefallen in denen ich mir im Nachhinein mehr Mut w├╝nsche. Den Mut, nicht einfach nur zu beobachten, sondern den Mund aufzumachen und zu sagen was ich denke.
Mut ist f├╝r mich, sich einer Situation zu stellen und sie zu akzeptieren wie sie ist. Mut ist aber auch sich im Zweifelsfall gegen alle zu stellen um f├╝r sich und seine Meinung einzustehen. Mut ist nicht keine Angst zu haben, sondern einfach etwas anderes ├╝ber diese Angst zu stellen.
Aber die eigentliche Frage f├╝r mich war, wann etwas mutig oder eigentlich doch eher dumm ist.
Bis heute frage ich mich ob es dumm oder mutig war die “frisch gemolkene”Milch von vor mehreren Tagen (die bei usbekischen 40┬░C nicht im K├╝hlschrank stand) zu trinkenÔÇŽ
Oder ob es mutig oder dumm war als alleinreisende Frau in ein 3.Weltland zu ziehen in dem ich nicht mal die Sprache kannteÔÇŽ
Es gibt so viele Beispiele und bis heute wei├č ich nicht ob Mut, Wahnsinn oder einfach pure Dummheit mich zu Dingen wie offensichtlich saurer Milch trinken (nur weil die Usbeken das auch so machen) getrieben haben.
Ich war schlie├člich so verzweifelt, dass ich Josh, einen Kellner in einem kleinen und zu diesem Zeitpunkt leeren Caf├ę namens Eastwood, nach Mut-Geschichten gefragt habe. Er brachte meine Gedanken ziemlich gut zum Ausdruck in dem er stammelnd ein paar Begriffe in den Raum warf und schlie├člich aufgab.
Wir stimmten aber ├╝berein, dass selbstbewusst zu sich selber und seinen Meinungen stehen, definitiv mutig ist (Bsp.: Outing). Kein au├čergew├Âhnliches Ergebnis- aber immerhin!
Anschlie├čend habe ich es dann sein lassen und gedacht “Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben! Dir f├Ąllt bestimmt noch was Tolles ein”. Dies ist aber nicht eingetroffen.
Also habe ich einfach mal ein paar Zitate gesucht und drei gefunden die mir ganz gut gefallen haben.

 

“I learned that courage was not the absence of fear, but the triumph over it. The brave man is not he who does not feel afraid, but who conquers that fear.”
-Nelson Mandela-

 

“Courage is what it takes to stand up and speak;
courage is also what it takes to sit down and listen.”
-Winston Churchill-

 

“Faced with what is right , to leave undone shows a lack of courage.”
-Confucius-

 

So das war es leider schon f├╝r heute. Zum Thema guter Humor habe ich hoffentlich mehr zu berichten. Wenn ihr andere Ansichten davon habt was Mut ist oder wenn ihr selber Geschichten zu erz├Ąhlen habt in denen es um Mut geht, dann schreibt das doch einfach in die Kommentare!
Bis zu n├Ąchsten Mal!:)

Das erste Mal / The Very First Time

Zum Reisen geh├Ârt Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller h├Ąuslichen Sorgen und dass man sich durch widrige Zuf├Ąlle, Schwierigkeiten, b├Âses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen l├Ąsst.

-Adolf Freiherr von Knigge-

Hallo ihr Lieben!

Auf Reisen gibt es viele erste Male. Erstes Mal Froschschenkel, erstes Mal an einem paradiesischem Strand, das erste Mal Salsa tanzen, oder auch das erste Mal Zeit um sich nur mit sich selber zu besch├Ąftigen.
Bei mir wurde es nun Zeit f├╝r meinen ersten Blogeintrag.

Das ist alles noch sehr ungewohnt und ich wei├č gar nicht wie man sowas richtig macht.
Aber ich mag schreiben, ├╝ber alle m├Âglichen Themen, und ich bin auf Reisen und habe viel zu erz├Ąhlen. Ich habe immer das Gef├╝hl ich habe zwar etwas zu erz├Ąhlen aber eigentlich nichts wichtiges zu sagen. Zumindest verglichen mit Hungersn├Âten in Afrika,oder Epidemien habe ich das auch nicht. Man muss es ja doch auch nicht gleich ├╝bertreiben. Aber ich selber lese gerne Berichte und Blogs und schaue Videos an, alleine zur Unterhaltung. Weil ich mir eben nicht den ganzen Tag ├╝ber Putins Pl├Ąne bez├╝glich der Ostukraine Gedanken machen will.

Ich habe mir ├╝berlegt, als erstes Projekt erst mal ein paar Anekdoten von meinen Reisen zu erz├Ąhlen, immer zu den Schlagw├Ârtern aus dem obigen Zitat. Dann k├Ânnt ihr mich so ein bisschen kennenlernen und ich mich an die ganze Sache gew├Âhnen.

Das hier wird vermutlich kein purer Reiseblog, weil ich ├╝ber so viele Dinge gerne schreiben m├Âchte. Aber wir werden sehen, und ich hoffe, dass ich dieses Projekt durchziehe.

 


“Traveling requires patience , courage , good humor , oblivion of all domestic cares and that you can not be reflected by adverse accidents , difficulties , bad weather and poor diet.”
-Adolf Freiherr von Knigge-

 

Hello there!
There are a lot of first times when you’re traveling. The first time you ate frog legs, the first time at the seaside, the first time that you dance salsa and maybe also the first time that you put yourself first.
For me it was time for my first Blog!

All of this is pretty new to me, and I don’t really know how this is working. But I like writing. Writing about all different kinds of things. And as I am traveling I have a lot of stories to tell.
To be honest I don’t have anything important to say. At least not important if you compare it with famine in Africa or something like this.
But I mean not everyone can be talk about scary diseases.
I like reading and I like watching videos just for fun, not for my education or all-around knowledge.
Also because I don’t want to worry about Putins’ futureplans all day long.

I have decided that I will dedicate my first little project to the quote from Freiherr von Knigge. I will tell you a couple of my travel-experiences so that you get the chance to get to know me and I will get used to this whole blogging thing.

I don’t think that this Blog will only be about traveling,as I want to write about so many different things and life in general.
Well, we’ll see how this will work out and I hope that I don’t quit doing this project.