Vorurteile und die Stimme Im Kopf Die Ich Zum Schweigen Bringen Will

 

-“Gesetzt den Fall, wir würden eines Morgens aufwachen und feststellen, dass plötzlich alle Menschen die gleiche Hautfarbe und den gleichen Glauben haben, wir hätten garantiert bis Mittag neue Vorurteile.”-

–Georg Christoph Lichtenberg

Man sagt ja immer man hätte keine Vorurteile und am liebsten würde man sich selber glauben.
Aber man hat nun mal Vorurteile und man urteilt vorschnell, das liegt in der Natur des Menschen.
Auch ich habe Vorurteile-leider.
Ich versuche natürlich mich nicht von ihnen beeinflussen zu lassen, genau genommen traue ich ihnen nicht, aber da sind sie eben trotzdem.
Immer wenn ich bemerke, dass ich schon urteile ohne es besser zu wissen und mich dabei meiner Vorurteile bediene, wird es

Die eine Stimme in meinem Kopf sagt das eine, die Stimme der Vernunft etwas Anderes.
Nehmen wir als Beispiel die vergangene Romreise.
Da denke ich natürlich unter anderem auch an Spaghetti, gegelte Haare, Feinripp Hemdchen, Fußball und Opern. Das sind jetzt alles nicht mal schlechte Dinge. Im Gegenteil, Spaghetti sind super lecker, Opern wunderschön und als Deutsche (um noch ein weiteres Klischee zu bedienen) kann ich die Begeisterung um Fußball sehr wohl nachvollziehen,ja sogar teilen.
Aber dennoch, mehr Klischee geht ja wohl nicht.
Dabei gibt es sicherlich ein Italien fernab von Spaghetti…oder wobei, vielleicht nicht ohne Spaghetti.
Ich weiß auch, dass es Italiener gibt die sehr gut Englisch sprechen und ich weiß auch, dass Italiener nicht immer zu spät auf einer Vespa angebraust kommen. Aber dennoch, die Stimme des Vorurteils ( die ja doch ab und zu Bestätigung bekommt) malt dieses Bild vor meinem inneren Auge.
Naja immerhin keine Weintrauben essenden, Wein trinkenden Römer in Tunika.
So weit ist meine Vorurteil-Stimme dann wohl doch schon.
Was also tun gegen die Stimme?
Sie anschreien und sagen, dass alle ganz exakt gleich sind und es kulturell keine Unterschiede gibt, macht keinen Sinn. Auch das wäre ja nicht besonders klug.
Naja alles was mir bleibt, ist also mir selber auch noch einmal live vor Augen zu führen und die Stimme eines Besseren zu belehren.
Anschreien sowieso nicht, da schalte ich sofort ab. Sogar bei mir selber.
Ich ermahne mich nur immer wieder selbst.
Versuche gleichermaßen hart oder nachsichtig über diese und jene zu urteilen und den Menschen so vorurteilsfrei wie möglich zu begegnen.
Das ich daran manchmal scheitere ist okay. Denn ich kann es ja immer noch lernen und besser machen. Ich bleibe dran und arbeite an mir.
Und das Wichtigste ist wohl, dass ich immer offen bleibe. Dass ich schwierige Momente mit Humor meistere und dass ich mir und anderen gegenüber nachsichtig bleibe.
Ich überrasche sicherlich genauso oft, wie ich selbst überrascht werde.

Also nein, nicht alle Italiener sind gleich.
(Das hier ausgerechnet die Italiener als Beispiel angeführt werden ist übrigens reiner Zufall, da ich mir das Thema für diesen Beitrag kurz vor der Romreise notierte.)

 

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