Der Nie Erschienene Artikel

Ich hatte vor längerer Zeit meinen ersten Artikel für meine Kolumne geschrieben. Davor war ich natürlich super nervös und war wortwörtlich mit allem was ich produzierte mehr als nur unzufrieden. Das Folgende war einer meiner Entwürfe, der mir im Nachhinein doch ganz gut gefallen hat. Deswegen möchte ich den heute mit euch teilen. Hier ist ja auch Gott sei Dank nicht so viel Druck:D
Viel Spaß beim Lesen;).

Angefangen hat das mit dem Reisen und mir vor schon so langer Zeit, dass ich mich gar nicht mehr erinnern kann.
Das ist ungünstig, da ich hier eigentlich beim Anfang anfangen wollte-wie man das eben traditionell so macht.
Mir bleibt jetzt aber keine Wahl als alles ein bisschen vor zu spulen und dann fange ich am besten hiermit an:

Ich bin Reisende. Ständig zieht es mich an neue Orte, in fremde Länder.
Wenn ich abends einschlafe, dann träume ich von Orten an denen ich nie war und Menschen die ich noch nicht kennengelernt habe, von Erfahrungen die noch zu sammeln sind.
Auf die Frage warum ich reise, habe ich tausend und keine Antworten

Was ich am Reisen am meisten liebe, sind vermutlich die Fragen die das Leben mir stellt und die Antworten die es mir gibt, auf Fragen die ich noch gar nicht gestellt hatte. Menschen und Situationen die mich gezwungen haben über mich hinauszuwachsen oder Momente wo ich mich einfach nochmal Hals über Kopf ins Leben verliebt habe oder nervlich am Ende war.

 

Wenn das Leben mal wieder austeilt und ich anstatt Wochenende eigentlich eine Delfintherapie bräuchte, dann schließe ich kurz die Augen und bin wieder in Marrakesch auf einem Souk oder tanze in den Straßen von Havanna Salsa- dann bin ich gewappnet für weiteres.
Ein kurzer, kleiner Moment für mich.
Und diese kleinen Momente, die Anekdoten, Katastrophen und Erfahrungen möchte ich hier teilen.
Anfang des Jahres habe ich eine längere Zeit in Kuba verbracht.
Wenn ich jetzt daran denke, sind meine Gefühle gemischt.
Oder eigentlich sind sie sehr positiv mit einem Hauch Wehmut.

Ich vermisse es. Die Menschen und den Flair (der anders ist, aber dennoch bezaubernd).
Wenn ich jedoch an meine Gefühle IN Kuba zurückdenke, dann ist da gar nichts gemischt.
Noch sehr detailliert erinnere ich mich an meinen letzten Tag, an dem ich fluchend am Flughafen stand und Gott dankte nach Deutschland zu dürfen.
Und auch mein erster Tag war nicht unbedingt das, was man als Liebe auf den ersten Blick bezeichnen würde. Eher als „holprigen Start“.
Durch den Jetlag früh wach, hatte ich schon vor 9 a.m. meine kalte Dusche getestet und so viel Wasser für mein morgendliches Ritual gekocht, dass ich ganz Buckingham Palace mit Tee hätte versorgen können.
Nach einem kurzen Ausflug in die Umgebung hatte ich den Schluss gezogen, dass ich nur von Friedhof umgeben war. Juchu, wie schön. Da war es mir ziemlich egal, dass es der 5. wertvollste Friedhof der Welt ist.
Vom aufregenden Leben in Havanna oder von Strand und Meer war nämlich keine Spur.
Da der Friedhof tatsächlich ziemlich groß ist, Internet sowieso absolut außer meiner Reichweite und eine Stadtkarte nicht auffindbar war, geriet ich leicht in Panik.
Da zieht man in ein dritte Welt Land und alles was es gibt, sind heruntergekommene, verlassene Villen deren ehemalige Bewohner direkt um die Ecke auf einem Friedhof liegen… nicht so prickelnd.
Als ich also mit Staub im Mund und völlig verschwitzt endlich Telefonnetz gefunden hatte setzte ich den ersten Notruf nach Hause ab. Um mich zu beruhigen und auch um meiner Familie zu versichern, dass es mir gut ging.
Da meine einzige Alternative war zurück in meine Wohnung zu gehen, die in einem alten recht gruseligen, schwarzen (ehemals weißen) Haus war,ging ich weiter, mir selbst einredend, dass ich langsam so etwas wie Orientierung gefunden hatte.

Das hatte ich nach mehreren frustrierenden Stunden immer noch nicht und schließlich gab ich auf und fragte Touristen nach dem Weg.
Und ab da ging es bergauf (auch im wörtlichen Sinne).

 

Es gab zwei Gründe warum ich die Touristen fragte:
Zum einen diskutierten sie in ihren Wandersandalen fachmännisch in welche Richtung sie als nächstes gehen würden beide einen Stadtplan in der Hand schwenkend.
Und zum Anderen hatte ich mich als Kubanerin getarnt und wollte mir nicht die Blöße geben, mit meinen noch nicht vorhandenen Spanischkenntnissen nach dem Weg zu fragen, Gefahr laufend, dass wir uns nicht verständigen könnten oder sie keine Ahnung hatten was ich wollte. Ich wusste es ja selber nicht so genau. Havanna eben.
Vielleicht war es auch eine Frage des Stolzes. Wenn sie schon alle glaubten ich sei Kubanerin, dann wollte ich sie gerne in dem Glauben lassen.
Also hängte ich mich an die beiden israelischen Touristen und nach einem Straßenfußball Match, der einzigen Synagoge Havannas, Stolpern in ein Filmset und vielen vielen Kilometern, schafften wir es abends Havanna Vieja zu erreichen.

Nicht nur hatte ich meinen Weg gefunden, sondern auch neue Freunde. Es ist ja allseits bekannt, dass gemeinsames Leiden einfach schöner ist.

Der Anfang ist manchmal nicht leicht. Schon am ersten Tag musste ich die wichtigste Lektion in Kuba lernen: „ Cuba“. Das heißt übersetzt ungefähr: Is’ halt so, wir sind eben auf Kuba. Nimm’s einfach hin, man kann es sowieso nicht ändern.“

Es gibt Dinge die man nicht ändern kann und die schief gehen und man muss einfach mitmachen und sich nicht aufregen, in Kuba gelten andere Gesetze.
Man nimmt Dinge hin und es ist okay, denn es ist Kuba. Und eigentlich gibt es jeden Tag mehrere Momente wo man nur noch „Cuba“ sagen kann und sich entspannen muss.
Wenn man das akzeptiert, wird das Leben auf Kuba sehr viel leichter.
Das Akzeptieren ist eben manchmal der Haken.
Auch der Anfang zu diesem Artikel ist mir nicht leichtgefallen, ich habe so oft angefangen und so viel Blödsinn produziert, dass ich manchmal meinen Kopf gegen den Tisch schlagen wollte. Ich habe geplant und gebastelt. Man will es ja gut und richtig machen.
Aber heute habe ich mich hingesetzt einfach geschrieben. Zum Teufel mit den Plänen!
Nicht besonders organisiert und nicht perfekt, aber dafür wie ich.
Mein Versuch alles zu kontrollieren und jedes Detail perfekt hinzubekommen, scheiterte. Genau wie mein erster Tag in Kuba.
Meinen Blog habe ich auch einfach angefangen und er ist der Grund warum ich das hier heute schreiben darf. Also mache ich es einfach wie immer.
Übrigens, wer noch mehr von meinen Erfahrungen in Kuba lesen möchte, der kann auch gerne noch andere Artikel in meinen Blog lesen.
Das war’s für heute von mir. Ich wünsche noch ein schönes Rest-Wochenende.

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