Warum ich mich nicht verlaufe, sondern einfach woanders hingehe.

” Cat: Where are you going?
    Alice: Which way should I go?
    Cat: That depends on where you are going. 
    Alice: I don’t know. 
    Cat: Then it doesn’t matter which way you go.”

From Lewis Carrols :”Alice in Wonderland”

Dieses Zitat gehört zu meinen Lieblingszitaten und ist aus einem der weisesten Kinderbücher das ich kenne.
Ich fand, dass es ein ganz guter Einstieg zu diesem Artikel ist.
Denn genau darum geht es hier. Um nicht wissen wohin man geht und ums nicht wissen wo man landet.

Ganz grundsätzlich habe ich einen recht guten Orientierungssinn.
Nagut, nicht immer aber meistens zumindest.
Allerdings auch nur wenn ich alleine unterwegs bin und ich mich tatsächlich auf meine Umgebung konzentrieren muss.
In Gruppen gebe ich diese Verantwortung gerne ab.
Dennoch verlaufe ich mich natürlich auch mal alleine.
Das Schottland-Beispiel kennen einige Leser ja schon.
Ansonsten hätte ich noch das Havanna Beispiel, als ich tatsächlich meine ersten zwei Tage lang dachte um mich rum gäbe es in alle Richtungen nur Friedhof.
Man muss hier fairerweise erwähnen, dass es ein sehr sehr großer Friedhof ist (sehr schön übrigens)!
Und wie ich praktisch direkt neben meiner Haustür aus der Metro ausgestiegen bin und trotzdem erstmal durch halb Manhattan gewandert bin…ja ab und zu verlaufe ich mich.
Gerade erst vor zwei Tagen sind mein Vater und ich immer und immer wieder im Kreis gefahren bevor wir unser Ziel mitten in der englischen Pampa endlich gefunden hatten.

Während ich in Kuba noch kurz vor einem Herzinfarkt stand ( womit ich dann beim Friedhof natürlich ganz richtig gewesen wäre), genieße ich mittlerweile das Verlaufen. Eigentlich habe ich es sogar letztes Jahr in Schottland gut gefunden und auch in Chicago hat es mir am Ende ein super Frühstück beschert.
Naja, vielleicht ist man weniger entspannt wenn man gerade in ein 3. Weltland gezogen ist…
Wie dem auch sei. Mittlerweile genieße ich das “Verlaufen” wie gesagt.
Im Grunde habe ich dazu eine völlig andere Einstellung.
Um sich zu verlaufen, muss man ja zu aller erstmal ein Ziel vor Augen haben.
Damit ist natürlich nichts falsch, aber wieso bleibt man nicht auch was das Ziel betrifft flexibel?
Vielleicht will ich ja irgendwohin wo ich noch gar nicht weiß, dass ich dort hin möchte?

Also lasse ich mich treiben. Natürlich steuere ich mein ursprüngliches Ziel immer an, aber im Grunde finde ich es gar nicht schlimm mich zu verlaufen, oder über unsäglich lange Umwege an mein Ziel zu gelangen.
Wenn man mich währenddessen fragt und mir die Füße weh tun und ich einen Termin habe, werde ich vermutlich nicht ganz mit mir einer Meinung sein, aber bisher war ich spätestens hinterher sehr zufrieden damit wie die Dinge ausgegangen sind.

Oft laufe ich einfach so durch die Gegend. Ohne Ziel und ohne Druck. Dann biege ich mal hier und mal da ab und lasse mich ganz einfach vom Leben überraschen.IMG_8801

Ich will gar nicht daran denken was ich alles nicht gesehen hätte wenn ich mich nicht verlaufen hätte. Ganz zu schweigen von den Menschen die ich nur durch meine Verpeiltheit kennen lernen konnte.
Am Ende des Tages bin ich vielleicht nicht immer am ursprünglichen Ziel, aber immer genau da, wo ich sein soll.
Und dieses Wissen ist schön.
Denn selbst wenn man sich zu den schönsten Wasserfällen und Lagunen verläuft oder am Ende des Tages mit tollen Menschen am Lagerfeuer sitzt, kann man den Moment nicht richtig genießen wenn man im Kopf immer noch überlegt wo man denn falsch abgebogen ist.
Also mein Tipp:
Entspannt euch, genießt es und beweist euch selber eure innere Ruhe und Ausdauer, die durchaus manchmal gefragt ist.

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