Schlechte Kost

Sooo, jetzt bin ich schon fast am Ende meines ersten kleinen Projekts angelangt und ich muss sagen es macht wirklich Spaß.

Heute geht es um das unheimlich appetitliche Thema: Schlechte Kost!
Und mit schlechter Kost meine ich jetzt nicht zu weich gekochte Nudeln oder versalzene Suppen.
Nein. Ich meine wirklich wirklich schlechtes Essen.
Die Art von schlechtem Essen an die man sich noch Jahre später schmerzhaft zurückerinnert und sich jedes mal wieder der Magen umdreht, weil man nicht mal den Geruch aus der Nase bekommt.

Als aller erstes solltet ihr wissen, dass ich gerne esse. Ich liebe essen, ich esse so gut wie alles und bin experimentierfreudig.
Ich könnte eine Ode an das Essen schreiben.
Gerade jetzt, wo ich an die ganzen Köstlichkeiten denke die die Welt so zu bieten hat, bekomme ich schon wieder Hunger…

Aber leider leider soll es heute nicht um frische Steaks gehen. Auch nicht um knackigen Salat oder geschmolzene Schokolade.
Heute geht es um Essen bei dem man sich hinterher überlegt ob man je wieder etwas in dieser Art anfassen kann.

Ich habe dafür drei Dinge rausgesucht.
1. das Chicken-Trauma

2. Pilaw

3.Hamburger kubanischer Art

Das klingt alles nicht so schlimm. Aber glaubt mir,es war schlimm.

Der Chicken-Albtraum ist mir damals in Sri Lanka wiederfahren.
Ich war nie ein besonders großer Hühnchenfleischfan. Aber es hat mich auch nicht gestört wenn es Hühnchen gab. Hühnchen kann ja sehr lecker sein. Nur wenn ich die Wahl gehabt hätte zwischen Hühnchen und etwas Anderem, wäre meine Wahl wohl meistens auf das Andere gefallen.
Als ich nach Sri Lanka kam, merkte ich schon früh, dass das am häufigsten vertretene Fleisch Hühnchen war.
Hühnchen-Curry, Hühnchen-Snacks und es wurden sogar Hühnchen-Doughnuts angeboten.
Am Anfang macht man das alles noch gerne mit ( bis auf die Doughnuts!!!) und genießt die Küche. Aber nach einer Weile wird man des Hähnchens müde und wenn dann als Überraschung Kentucky Fried Chicken nach Hause gebracht wird, hat man Mühe sein Lächeln überzeugend rüberzubringen.
Long story short: Mein Körper wurde in dreieinhalb Wochen bis zum Rand mit wabbeligem Hähnchenfleisch abgefüllt. So schlimm, dass ich Zuhause sogar das Knusperhühnchen verschmähte und Hühnchen im Allgemeinen aus dem Weg ging wo auch immer es mir möglich war.

Manchmal gibt es Situationen in denen ich mal wieder Hühnchenfleisch essen muss, und dann nehme ich dieses Taube-farbene Fleisch eben zu mir. Aber eigentlich ist Hühnchen bei mir das Reisefleisch. In den meisten Ländern wird überall Hühnchen angeboten und wenn es nur im Urlaub ist, dann kann ich das noch ertragen, aber ansonsten soll man mir bitte mit dem Zeug vom Leib bleiben.

 

Nun zum Pilaw!
Pilaw ist ein usbekisches Gericht mit viel Potenzial. Leider völlig unausgeschöpftem Potenzial.
Pilaw ist im Grunde nichts anderes als ein Berg Reis mit Soße und Fleisch.
Das usbekische Nationalgericht. Jetzt fragt ihr euch vielleicht was man da schon groß falsch machen kann.
Traurigerweise alles.
Halb ungekochter Reis ist ein erträglicher Anfang. Auch das mit der merkwürdigen Soße kann man noch irgendwie ignorieren. ( Unauffällig die mit Soße übergossenen Teile auf verschiedene Teile des Tellers schieben und nur den Kern essen). Aber der undefinierbare Haufen Etwas das die Krönung des Ganzen darstellt, kann man kaum ignorieren.
Egal wie oft ich oder meine Mitreisenden versuchten herauszufinden was für eine Fleischsorte das denn genau darstellen sollten, es ist bis heute ein ungelöstes Rätsel.
Vielleicht ein fall für Gallileo Mystery?

Von Hoden bis Hund trauten wir diesem merkwürdigen Haufen alles zu. Zumindest aber, konnten uns unsere Gastgeber zweifellos versichern, dass es sich um Fleisch handelte.

Die Konsistenz war meist gummiartig und alles hatte eine beige-ähnliche Farbe. Manchmal fand man kleine Knöchelchen oder biss auf ein unerwartet weiches Stück.
Dann kam ein völlig neues Level an schrecklichem Geschmack und man wusste nicht so ganz ob man ausspucken oder runterschlucken sollte. Wobei bei der Klärung dieser Frage auch geklärt werden musste, ob man überhaupt fähig war, das einfach zu schlucken.

Wenn das Pilaw ohne Soße gereicht wird, ist es ziemlich trocken, wenn mit dann nicht, aber dafür wird ein Detail mehr hinzugefügt, das man besser weggelassen hätte.
Ich will eigentlich gar nicht mehr sagen.
Bildet euch eure eigene Meinung oder wenn ihr schlau seid, dann verzichtet ihr darauf und vertraut mir einfach.
Pilaw ist definitiv kein Muss!! ( aber ansonsten kann ich die usbekische Küche aber schon empfehlen( ist halt sehr Fleischlastig)).

 

Und nun zum absoluten Albtraum eines jeden Gaumens.

FASTFOOD IN CUBA!

Rührt es nicht an. Riecht nicht mal dran. Oder am besten ist, ihr schaut es euch gar nicht erst an.

Es fing alles auf dem Hinflug nach Kuba an.
Irgendwann kurz vor der Ankunft wurde als letzet Snack eine kleine Minipizzabox gereicht. Was ich an sich immer noch für eine gute Idee halte.
Aber nach dem ersten Bissen war ich schon fertig. Es handelte sich nicht um Pizza, sondern um weich-wässrigen Teig mit ungekochtem Belag und ein bisschen käseartigem Etwas oben drauf.
Ich schob es auf die Tatsache, dass es sich um Flugzeugessen handelte.
Aber leider leider lag es nicht daran.
Auch später auf der Insel stellte sich Pizza als ein Fehler heraus. Das hat einfach nichts gemein, mit der Pizza wie wir sie kennen.
Aber so ignorant wie das auch klingen mag: Es ist nichts was man kennenlernen muss!
Die Pizza war aber gar nicht das Problem. Die habe ich halt ein paar mal probiert und notgedrungen gegessen. Obwohl es sich zwar so angefühlt hat, als würde ich nicht völlig gesund aus der Sache herauskommen, habe ich es unbeschadet überstanden.

Was selbst mein trainierter und nicht wirklich sensibler Magen nicht vertragen hat, waren die Hamburger.
David, Pablo, Mileidi und ich haben uns in einer Nacht nach ein paar Salsas auf die Suche nach Essen gemacht. ( Meistens wird eh nur Rum verkauft).
Jedenfalls waren wir aber irgendwann erfolgreich und standen vor einem der typisch kubanischen kleinen Kiosks, die eigentlich mehr ein Hauseingang als ein Laden sind.
Wir versuchten ein paar der Dinge vom Menü zu bestellen, aber die gingen alle eben einfach nicht mehr. ( Es war sowieso mehr als die Hälfte des Menüs durchgestrichen).
Also nahmen wir dann Hamburger.Eigentlich hatte ich nicht mal Hunger, aber ich esse nun mal einfach gerne und dachte ein kleiner Snack könnte nicht schaden.
Fehler. GROSSER FEHLER.

Schon während ich den Burger aß, Kam mir ein paar mal der Würgereiz und mein Magen rebellierte. Ich wollte mich allerdings nicht so anstellen und als nordeuropäisches Mädchen hat man ganz schnell den Ruf einer wählerischen Tussi weg.
Also aß ich tapfer. Es handelte sich um irgendein fast komplett rohes Fleischgemisch, irgendein wahrscheinlich ungewaschenes Gemüse und fast ungebackenen Brotteig.
Mein Magen drehte sich und drehte sich und drehte sich. So oft, dass mir fast schwindelig wurde. Ich schob es auf das Tanzen und das Mittagessen.

Doch schon Zuhause wusste ich, der Burger würde noch viel Ärger bedeuten.
Mein Magen wehrte sich auf alle möglichen Art und Weisen die ihm einfielen und mir ging es wirklich wirklich schlecht am nächsten Tag.
Ich schleppte mich von Vedado, wo ich wohnte, in die Innenstadt da ich dort eine Verabredung hatte und schaffte es nur zu Pablos und Davids Wohnung. Ich hatte sowieso noch Pablos Pulli, da er mir diesen immer auslieh, und wollte die Chance nutzen mich kurz aufs Sofa zu legen ehe ich meine Freunde traf.
Pablo sah elendig aus.
Mit Augenringen bis zum Kinn und Schweiß auf der Stirn öffnete er die Tür.
Anscheinend sah man mir schon an, dass ich in einem furchtbaren Zustand war und er deutete auf das Sofa und meinte nur “Ich hab heute auch keine Pläne mehr und unsere Klospülung funktioniert momentan”.
Wir legten uns also aufs Sofa und suhlten uns in unserem Elend. Beiden war noch nicht klar, dass alles von dem Hamburger kam.
Doch als schließlich David und Mileidi rein kamen und sich sofort in einer Ecke zusammenkauerten wurde es uns klar.

Der Hamburger war Schuld an all dem Elend.
Wir dachten wir würden sterben. Irgendwo zwischen Toilette und Dehydriert einfach zusammenbrechen.
Wir schickten schließlich einen Bekannten los um uns etwas zu Trinken zu besorgen doch er fand nur Saft und das machte es nicht besser.
Uns unsere Schläfen massierend warteten wir also auf Besserung. Irgendwann funktionierte auch die Wasserleitung mal wieder nicht mehr und wir dachten über unser Testament nach ( da uns alles lieber gewesen wäre, als kubanische Krankenhäuser).

Zwei Tage und viele Tabletten aus meiner Reiseapotheke später, aßen wir dann schließlich trockenes Brot und Salat.

Körperlich habe ich diese Erfahrung vielleicht überstanden, aber eine Blockade wenn es um Hamburger geht habe ich trotzdem mitgenommen. Und meinen lieben Freunden geht es nicht anders. Wir haben von dem Tag an, lieber auf Essen verzichtet, als wieder kubanisches Fastfood zu kaufen.

 

 

Das wars mal wider für heute.
Das nächste Mal fange ich vielleicht mit einem Projekt an, dass ich “Tamy talks to…”nennen werde und in dem ich die Geschichten von Leuten erzählen werde, die mich inspirieren.

Vorher werde ich noch versuchen, alle meine bisherigen Artikel aufs Englische zu übersetzen. Also seid bitte nachsichtig, wenn es bis zum nächsten Mal etwas länger dauert.
Bis bald!!

 

2 thoughts on “Schlechte Kost

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s