Vergessen aller häuslichen Sorgen…

Hallo ihr Lieben!

Heute gibt es endlich den nächsten Eintrag.
Und heute ist der Teil mit dem Vergesse der häuslichen Sorgen dran.
Vergessenheit aller häuslichen Sorgen ist etwas, wozu mir immer noch nicht viel eingefallen ist. Oder vielleicht interpretiere ich es auch nicht richtig.

Vielleicht deswegen , weil für mich eine Reise antreten auch gleichzeitig heißt zu beschließen alles an Ballast zurückzulassen und mich völlig auf das Neue einzulassen.

Gestern bin ich mal wieder einfach so durch die Stadt gestreift.
Eigentlich nicht auf der Suche nach etwas Bestimmtem.
Ich wollte einfach das Wetter genießen, diese Stadt in mich aufsaugen und vielleicht  Inspiration finden.
Dabei bin ich auf einen wundervollen Buchladen gestoßen (der älteste unabhängige Buchladen New Yorks).
Schon von außen sieht der Buchladen nach anderen Zeiten aus, aber wenn man die Tür aufmacht und hineingeht dann ist es, als würde man eine völlig andere Welt betreten.
Ein paar Buchhändler, die aussehen als wären sie einem Bilderbuch entsprungen,  sitzen an ihren überfüllten, unordentlichen Schreibtischen und finden sich irgendwie in diesem Chaos zurecht.
Das meiste passiert immer noch von Hand- Gott sei Dank- ein MacBook hätte der Sache vermutlich den ganzen Charme genommen.
Alle Wände mit Regalen zugestellt, die über und über mit alten Schätzen gefüllt sind. Wunderschöne alte Einbände mit Goldlettern laden einen zum Stöbern ein und es riecht wie es in einem Buchladen eigentlich zu riechen hat. Nicht nach Cellophan sondern nach Staub und eben Büchern. Es werden auch alte Plakate, Weltkarten, Gemälde und Manuskripte verkauft.Aber ich schweife ab…
Also in diesem Buchladen, in dem ich sicherlich über eine Stunde lang in verschiedenen Werken geblättert habe, habe ich schließlich den Doppelband “Das Reisetagebuch eines Philosophen”  von Graf Hermann Keyserling gefunden.
Schon als ich die Inhaltsangabe überflog und die ersten Seiten las, wusste ich:
Das ist mein Buch. Kurz entschlossen kaufte ich es.

Schon gleich am Anfang seiner Buches fragt der Philosoph sich, wieso er eigentlich auf Reisen geht.
Er kommt zu dem Schluss, dass er nicht auf Reisen geht um sich zu entspannen, sondern um aus dem Trott des Alltags zu entfliehen und seinen Geist auf Trab zu halten (natürlich sagt er das Ganze sehr viel eindrucksvoller, mit tollen Wörtern und einer beinahe undurchschaubaren Satzstellung.Aber ich bin keine Philosophin aus dem 20. Jahrhundert, also müsst ihr nachsichtig sein).
Doch die eigentlich wichtigste Erklärung warum der Mensch auf Reisen geht, sei die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung.
Zuhause ist man oft durch den Alltag gebunden und es gibt Grenzen die auf Reisen nicht gegeben sind. Beim reisen wird man sogar eher gezwungen Grenzen zu überwinden.
Zu lange an einem Ort und man wird zum Gewohnheitstier- es scheint als würde der Horizont immer kleiner werden.
Aber wenn man Distanz schafft, dann werden die Dinge ( auch die eigenen Grenzen, gesetzt durch Eigenschaften, Ansichten etc….) plötzlich kleiner, unwichtiger und man ist in seiner Form plötzlich wandelbarer.
Man kann sein was man will und sich in andere Richtungen weiterentwickeln als das vielleicht im gewohnten Umfeld möglich gewesen wäre.

Vielleicht meinte der gute Freiherr von Knigge ja genau das, als er vom Vergessen der häuslichen Sorgen sprach.
Vielleicht meinte er aber auch einfach nur den Abwasch, das Blumengießen oder sämtliche Reparaturen.
Das kann ja jeder so interpretieren, wie es ihm gerade passt.

Ganz wichtig ist aber, dass ich hier mit Reisen nicht das Bestaunen von Sehenswürdigkeiten meine.
Sondern wirklich Sehen wo man ist, Kontakt zu den Menschen herzustellen, sich auf die Kultur einzulassen und sich vielleicht auch mal abseits der durch Touristen plattgetrampelten Pfade zu bewegen.
Das soll nicht heißen, dass man sich nicht auf jeden Fall mal das Louvre oder die Hagia Sofia anschauen sollte- vielleicht kann man aber ein- oder zwei Sehenswürdigkeiten aus dem straffen Programm streichen und einfach mal schauen was passiert.
Es gibt den Spruch ” Travellers don’t know where they’re going, tourists don’t know where they’ve been.”, und das beschreibt es eigentlich ganz gut.

 

So, das wärs dann auch wieder für heute.
Nächstes mal geht es um widrige Zufälle, ohne die man nach der Reise ja eigentlich nichts zu erzählen hätte.
Ich arbeite immer noch daran, genau herauszufinden wie man diesen Blog etwas “fancier” gestalten kann, und vielleicht schaffe ich es in naher oder ferner Zukunft sogar Bilder hochzuladen etc.
So lange könnt ihr euch, falls ihr Interesse habt,  aber ein paar Bilder auf meinem Instagramaccount anschauen @tamarafatum.
Da seht ihr auch den Buchladen!
Also bis zum nächsten Mal!

 

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